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Shakespeare Paranormal

Das Werk von Shakespeare strotzt nur so von paranormalen Ereignissen. Es treten Geister Verstorbener auf, Hexen, Elfen, Poltergeister und Dämonen. Oft werden diese Erscheinungen in den Inszenierierungen der Gegenwart folklorisiert, komisch inszeniert oder weggelassen. Ich finde aber, dass uns diese Figuren viel erzählen können. Shakespeare hat vor 500 Jahren gelebt, in einem Land das bekannt ist für seine Geistererzählungen und Spukgeschichten. Vor 500 Jahren waren die alten vorchristlichen Kulturen, auch die Erzählungen der Kelten noch viel präsenter als heute. Die Kelten kannten noch Druiden, die weiblichen Duiden waren zuständig für die Zukunftsvorhersagen, so kann man auch die Hexen bei Macbeth interpretieren, nicht zuletzt deswegen, weil der historische Macbeth um 1050 der letzte keltische König Schottlands war. Im Sommernachtstraum sind die Elfen ein zentrales Element des Stücks. Elfenkönig und Elfenkönigin, eine große Anzahl von dienenden, tanzenden und singenden Elfen, ein Poltergeist treten auf und keiner wundert sich, wo kommen die denn her? Sie werden in ein Athen von vor 2000 Jahren versetzt und so weit genug weg um ihre Existenz glauben zu können. Wir fragen uns in unserer Bearbeitung von Hamlet, Sommernachtstraum und Macbeth, wie Shakespeare seine Geister definiert, wer nimmt sie wahr, was wollen sie, was berichten sie aus ihren Welten. Wir schauen uns die Elfen an, sind sie sichtbar oder unsichtbar, können sie möglicherweise ihre Gestalt wechseln, wie sieht die Parallelwelt aus, in der sie leben? All dies sind Echos vorchristlicher Erzählungen, Bilder, Motive, Szenen, die in uns kaum noch einen Widerhall finden, da wir seit 2000 Jahren nur einer Erzählung lauschen, spätestens mit den Hexenverbrennungen wurden die Reste von sogenanntem Aberglauben gründlich ausgemerzt. 

Der Abend „Shakespeare Paranormal“ erzählt die Dramen Hamlet, Sommernachtstraum und Macbeth komplett nach, legt den Fokus aber auf die Geistererscheinungen, Hexen, Elfen und Dämonen. Bei allen drei Theaterstücken ist das der Kern der Handlung aus dem alle Motive und Handlungsimpulse für die Protagonisten entstehen.